Gedankenkram

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Hi my dears.

today’s text will be in German, I apologize to all the English people, but my next blogposts will be in English again!

Ein wenig Gedankenkram von gestern Abend… Nichts spezifisches, einfach nur Gedanken, die mir durch den Kopf gingen.

28.08.2017

Wow, diese Kopfsendung war wieder einmal äusserst interessant und gedankenreich… Zwischenzeitlich hatte ich zwar das Gefühl, mein Kopf würde explodieren bei all den parallel laufenden Sendungen, die wild durcheinander spielten und hin und her sprangen, während sie gelegentlich von plötzlich auftauchenden blinkenden Meldungen unterbrochen wurden. Meine Gedankenwelt ist für mich interessanter als jedes Fernsehprogramm und stimuliert mich weitaus mehr als jegliche äussere Eindrücke es jemals könnten. Allerdings muss ich mich auf irgendeine Weise körperlich betätigen, wenn ich wortwörtlich mit Leib und Seele in meiner Welt versinken will und nicht nur wie im Alltag ein wenig vor mich hin tagträumen und den grossen Zeh in den Gedankenstrom stecken möchte. Denn vom Rande der Realität in meinen Gedankenstrom zu springen und mich davon mitreissen zu lassen, ist zwar unglaublich aufregend, doch gerade deshalb mindestens so aufputschend wie fünf Kaffees, drei Energy Drinks und zwei Wodka Shots auf einmal (nicht, dass ich irgendetwas davon jemals getrunken hätte, aber es klingt schön dramatisch und meines Erachtens nach durchaus adäquat, wenn es um die Stimulationsstärke meiner Gedanken geht). Kleine – oder grosse, wir kennen mich ja – Randbemerkung: Ich musste für diesen Text schon mindestens fünfmal den Englisch-Deutsch Übersetzer auf Leo.org benutzen, und das um einen Text in meiner Muttersprache zu schreiben. Shame on me. Wie man das auf Deutsch übersetzt, weiss ich nicht, aber das lass ich jetzt einfach mal so stehen. So weit ist es also schon gekommen mit mir – Salome, 17, braucht einen Englisch-Deutsch oder Französisch-Deutsch Übersetzer, um einen Text in ihrer Muttersprache zu verfassen. Kaum zu (ver)fassen. Und wenn sie einen Text auf Französisch schreibt und ihr Wörter nicht in den Sinn kommen, benutzt sie nicht etwa einen Deutsch-Französisch Übersetzer, nein, sie verwendet einen Englisch-Französisch Übersetzer. Ach ja. Ich wollte eigentlich gerne noch Niederländisch und Italienisch lernen, aber vielleicht sollte ich erstmal in meinem Kopf ein wenig aufräumen (da oben herrscht Chaos), manche Gedankengänge abschliessen und altes Gerümpel rausschmeissen, das ich nicht mehr brauche. Ausserdem habe ich doch extra für jede Sprache eine eigene Wortbibliothek errichtet, um die Wörter voneinander getrennt zu halten, wie es sich gehört und es gefordert wird, doch irgendwie hat da jemand Wörter aus den Regalen gezogen und in der falschen Bibliothek wieder abgelegt oder vielleicht haben die Wörter sich auch selbst entschlossen, Wortfamilien zu gründen, denn Wörter stehen nicht gern allein, sie bilden gerne Gemeinschaften und Wortketten, bauen Gedankenschlösser und Wortwelten. Dabei legen sie keinen Wert auf Aussehen, Nationalität oder Abstammung, sie suchen einzig und allein nach einem Wort, dessen Bedeutung und Inhalt dem eigenen entspricht oder etwas Aussagekräftiges hinzufügt. Vielleicht sollten wir uns mal ein Beispiel an ihnen nehmen? Vielleicht würde sich mein Wortschatz ja an ein paar italienischen und niederländischen Wortreichtümern erfreuen, wer weiss? Aber gut, das hat ja noch Zeit, ganz so alt bin ich noch nicht, auch wenn ich mich fühle, als hätte ich bereits Jahrhunderte auf dieser Erde verbracht. Aber das sagt vermutlich jeder. Wo war ich stehen geblieben? Warum sagt man eigentlich, wo bin ich stehen geblieben? Ich bin ja nicht stehen geblieben, ich bin weiter gelaufen, sonst wäre ich jetzt nicht hier, sondern immer noch an der Eingangstür meines Gedankengangs. Viel eher habe ich einfach eine andere Abzweigung genommen, die mich vom vorhergesehenen Gedankenpfad abgebracht hat. Doch die schönsten Gedanken trifft man meist abseits des vorgegebenen Pfads. Oh je, ich werde wieder melancholisch und poetisch, wie so oft abends, wenn ich schreibe. Aber was soll’s.
Eigentlich wollte ich ja meine Gedankenkette zurückverfolgen, statt sie fortzuführen, so ein Tsim (nicht rückwärts lesen bitte – und ja, ich weiss, du hast es trotzdem getan, das ist eben Psychologie, aber das war eben auch beabsichtigt, denn ich wollte gerne auf niedliche Art ein Schimpfwort verwenden, ohne es wirklich zu sagen, verstehst du?)! Das hat mich auf eine Idee gebracht, ich werde künftig alle Worte, die ich mich nicht getraue auszusprechen, einfach rückwärts sagen! Essiehcs… so ein Tsim, das kann man ja gar nicht richtig aussprechen! Da bleibe ich wohl doch lieber bei meinem Tsim, der ist fancier. Wieder so ein schönes englisches Wort, mal sehen, was Leo dazu zu sagen hat. Leo meint „einfallsreich, schick, extravagant, originell“… Auf Englisch klingt das trotzdem fancier! Aber genug jetzt, ich schweife wieder einmal ab. Ich weiss nicht mal mehr, wohin ich eigentlich wollte. Die Gedankenwelt ist gross, da verirrt man sich leicht. Irgendetwas von einem Strom habe ich mal geschrieben. Aber so sind sie eben, diese Gedankenströme, wechseln ständig die Richtung und Geschwindigkeit. Hoffentlich enden sie in den Weiten des Ozeans und nicht an einer Staumauer. Vorhin, als ich noch auf der Schaukel sass (ja, da steckt ein kleines Kind in mir, das eine Liebe zur Schaukelei hat – ob es das Wort gibt oder nicht, ist mir egal, in meiner Welt existiert es auf alle Fälle) und zufrieden vor mich hin gelächelt habe, da ich wieder mal sehr interessante und lustige Programme verfolgt hatte, dachte ich mir: „Wie schön wäre es, ein kleines Männchen im Kopf sitzen zu haben, dass alle schönen Gedanken mitschreibt und mir später einen fein säuberlichen Ausdruck meiner Gedanken überreicht. Jetzt sehe ich zu, wie meine Gedanken davonflattern, einfach so. Ich wünschte, ich könnte sie einfangen. Aber ich habe sie ja für mich gedacht, sie sind meiner Gedankenwelt entsprungen, also brauche ich niemanden, der mir Auskunft über ihren Wert gibt. Denn ich denke um zu denken, nicht um zu gefallen. Thoughts are free – Gedanken sind frei. Sie können fortfliegen, sich verformen und wachsen, Geschichten erzählen oder neue Gedanken und Gedankenfortsätze mit sich tragen, und irgendwann, irgendwann kommen sie vielleicht zurück.“
Und doch konnte ich nicht umher, ihnen wieder hinterherzujagen, um sie einzufangen und auf’s Papier zu drücken. Doch ehrlich gesagt waren manche von ihnen einfach zu schnell und ich zu abgelenkt und verträumt. Ich bin wieder einmal vom Weg abgekommen. Dafür bin ich einigen neuen Gedanken begegnet, mit denen ich mich sofort angefreundet habe und die jetzt sehr zufrieden damit sind, auf dem Papier verewigt zu sein. Die verflogenen Gedanken können ja jederzeit wieder bei mir anklopfen, wenn sie doch noch einen Platz auf dem Papier finden möchten.
Genug Gedankenkram für heute, die Wortbibliothek schliesst nun, denn der Wortbesitzer muss auch mal schlafen, damit er morgen genug Energie für weitere Wortspiele hat. Und weil der Wortbesitzer ein wenig perfektionistisch ist und Wert auf einen schönen Abschlusssatz legt, allerdings zu müde zum Denken ist, gibt es ein Zitat aus der kaltgeliebten (ich weiss, es heisst „heissgeliebten“, aber warum nicht mal was Neues?!) Wortsammlung des Wortschöpfers:
„Novels aren’t just happy escapes; they are slivers of people’s souls, nailed to the pages, dripping ink from veins of wood pulp. Reading the right one at the right time can make all the difference.“
– Brandon Sanderson

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mountain echoes

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[picture taken by me]

poem:

mountain echoes

let me
run
run
run away
into the forest
of my dreams

climbing mountains
crossing valleys
soaking in
the beaming sunlight
shimmering
above the trees
sunrays tickling my skin
tenderly
kissing my face
gently                                                    warming my heart
thawing the ice
inside of me

let me
run
run
run away
watch me
getting lost
in the universe
inside of me

dancing around the sea
with chirring crickets
surrounding me
and bugs
buzzing in the air
slowly fading
is my despair

heal
heal
heal me
mother earth
you are power
you are love
you are forgiveness
grace
and safety

take me home
caress me
and hold me in
your arms
keep me safe
take
take
take me home
into
your loving arms

mother earth
i love you so
you are now
my home sweet home
don’t let me fall
don’t let me drown
let me reap
the seeds I’ve sown

tell me please
why am i here
in the ocean
just another tear
dropped from the sky
so high
left alone to try
and fly

but tell me please
how am I
supposed to fly
let alone
to touch the sky
i am lost
yearning to be found
discovering my inner sound

i am so sorry for this mess
that’s just how i am i guess
and what you get to see
is a little peek into
the world inside of me
a universe
full of spinning words
flying around
like little birds
i don’t know
if this makes sense
but my words
know no fence
they are free
they bluster like a storm
inside of me

i know
i might be weird
i am a loner
always lost in thoughts
sometimes quite shy
but a jumping squirrel
from time to time
i am a nerd
in love
with the written word
but i want you to know
there’s more inside of me
than you ever get to see

this might sound sappy
but today i am happy
that i’m still here
despite all the fear
sadness and grief
i just want you to leave
i am full of grace
although i sometimes
wish to be
floating through space
alone and free

god i made it through
all the gloomy nights
fighting back my way
into this life
still caught in darkness
but i can see the light
shining inside my soul
so bright
ready to get out
i think i am about
to spread my wings
and fly

fly
fly
fly so high
i am emerging
from the darkness
spreading my wings
as my soul cheerful sings
i am free
so free
let me be alive
let me be
brave enough
to take this step
and fly away
to free myself
escape from this cage
i am a soul
so young wild and free
ready to let this world see
the fire burning inside of me

sing
sing
sing my soul
give yourself the time
to heal

you know
the scars may never fade
but darling
your soul is not made
to lose itself
in the night
while
it could shine so bright

you can be
your own little light
shining in the dusk
so bright
please be brave
please be strong
and just hold on
the sun
shall always rise again
and even in the darkest nights
there are stars providing light
lulling you in stardust
and guiding you a way

i know it’s hard
but you are strong
darling please
just hold on.

 

i wanna be a butterfly

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[photo taken by me]

poem:

i wanna be a butterfly

please
please
let me fly
flap my wings
and touch the sky

i wanna be a butterfly
and fly so high
ain’t gonna lie
emerging from the darkness
that seemed
as the universe
so boundless
i wanna spread my wings
and fly

fly
fly
fly away
escape the dusk and pain
as with them by my side
no happiness i’ll ever gain

i just wanna be
free
free like a bird
i don’t want my voice
to get unheard
i wanna fly
high and higher
up into the sky
no limits
in this place so high

i just want to leave
the wars
pain and grief
terrestrial life
seems so bland
as on the beach
a grain of sand

i wanna scream
i wanna sing
i am free
to be
just me
no matter who
you want to see.

Seelenschatten – Prolog

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As some of you might know – I’m currently writing on a book. It will be in German though, but I will probably translate it at some point, so that everyone can read it!

I’ll be revealing more about the plot in the future, but for now I want to present you my prologue, so that you get an idea of what my book will look like. Feel free to give me a feedback, I really appreciate it! The caliber will be adjusted later.

For the ones who have already read it on my Instagram account (@gainbackmyhappiness) – I’ve changed and improved it a bit, so it might be worth it to have a look at it again.

 

Phoenix“, wisperte ich mit leiser, bedächtiger Stimme. Über mir raschelten die Blätter des mächtigen Lindenbaums, während die Sonnenstrahlen durch das Blätterdach tanzten und Muster auf unsere Gesichter malten. Der Wind strich mir zart übers Gesicht und trug meine Stimme davon wie Regentropfen, die in die wogenden Wellen des Meeres gefallen waren, unbedeutend und doch wesentlich in den Ozeanen der Gezeiten. Das Gras unter mir fühlte sich weich an und kitzelte an meinem Rücken, die Luft verströmte den Duft des nächtlichen Regens. Ich atmete tief ein und sog den Geruch des feuchten frischen Grases und der nassen Erde in mich auf, während ich die verbliebenen Regentropfen betrachtete, die von Grashalmen und Blätterspitzen perlten. Vorsichtig wandte ich meinen Kopf zur Seite, um einen Blick auf meine grosse Schwester zu erhaschen. Neben mir lag sie, die langen dunkelroten Haare um ihr schneeweisses Gesicht ausgebreitet wie die Flammen eines Feuers im Schnee, ihre silbergrauen Augen huschten über das Blätterdach über uns, als wollten sie die tanzenden Sonnenstrahlen einfangen oder mit ihnen um die Wette tanzen. Ein Tautropfen löste sich von einem der Blätter über uns, fiel herab und unterbrach damit das tanzende Augenspiel, indem es sich in den dunklen Wimpern meiner Schwester verfing, die hastig ihre Augen schloss und sich auf die Seite drehte, um mich voll im Blick zu haben. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie schön sie eigentlich war. Phoenix Alva Melody, benannt nach dem magischen Geschöpf, das immer wieder aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wurde, dessen Tränen eine heilende Wirkung nachgesagt wurde und dessen Gesang gebrochene Herzen heilen und gefrorene Seelen erwärmen konnte. Früher hatte Phoenix oft gesungen und damit die Seelen und Herzen aller berührt. Gesang wie nicht von dieser Welt. Ich vermisse ihre sanfte wohlklingende Stimme, ihre Gute-Nacht-Lieder, die sie leise in mein Ohr sang, während ihre zierlichen schlanken Hände durch meine Haare fuhren und sanft über meinen Kopf strichen. Ich verstand nicht, warum sie aufgehört hatte, die Melodie ihres Herzens zu singen. Warum sie sich in der Stille verloren hatte. Phoenix sprach nicht viel. Nur mit mir teilte sie ihre Worte – Worte von unglaublichem Wert, gewaltig und doch sanft, voller Liebe und Zärtlichkeit. Es war ein Jammer, dass sie in Schweigen verfiel, ihre Wortgewalt in sich zusammenbrach und vom Wind davongetragen wurde, wann immer ein Fremdkörper in die Tragweite ihrer Stimme geriet. Alva bedeutet ‚Seele, Elfe, Fee, Naturgeist‘ – sehr passend, wie ich finde. Denn Phoenix sieht sehr elfenhaft aus, liebt die Natur und hat eine Seele, so rein und schön wie kaum etwas auf dieser Welt. Ich wünschte, sie würde sich nicht immer in den Mantel des Schweigens hüllen und alle aussperren, die sich ihr nähern möchten. Ich bin ihr gerne nah. Sie versteht mich. Phoenix hört mir immer zu und nimmt mich ernst, nicht wie all die Erwachsenen, die mich aufgrund meines jungen Alters immer meinen belehren zu müssen, da ich ja nichts als ein Kind bin, das keine Ahnung vom Leben hat. Aber wenn ihr mich fragt, sind es eher die Erwachsenen, die keine Ahnung vom Leben haben. Sie behaupten immer, so reif und weise zu sein und alles unter Kontrolle zu haben, doch wenn man sich die Welt einmal anschaut, wird einem schnell klar, dass überhaupt nichts unter Kontrolle ist und sich die meisten Menschen einfach nur bescheuert aufführen. Man führt Krieg gegen andere Länder, erschiesst sich gegenseitig, zerstört den Planeten und unsere eigene Spezies, lässt Millionen von Menschen leiden und verhungern, vom leidigen Dasein der Tiere gar nicht erst zu sprechen, während die Menschen in Wohlstandsländern in Saus und Braus leben und sich darüber beschweren, dass sie einmal eine faule Avocado erwischt haben. Sie regen sich darüber auf, dass ihr Lieblingslippenstift ausverkauft ist oder die doofe Ampel einfach nicht grün werden will. Sie streiten sich und sind zu stur und trotzig, um sich zu verzeihen und Frieden zu schliessen, obwohl sie sich doch eigentlich liebhaben. Ja, so erwachsen und geistreich sind die Menschen, die vermeintlich kultivierteste und intelligenteste Spezies auf diesem Planeten, die sich selbst für die mächtigste und wichtigste hält, der alle anderen Lebewesen untergeordnet sind und natürlich wurde auch der Planet – ja, das gesamte Universum – nur für uns Menschen geschaffen! Jeden Tag höre ich die Erwachsenen darüber reden, sie sitzen vor dem Bildschirm oder kleben mit dem Ohr am Radio, um sich die atemberaubenden Neuigkeiten und Weltgeschehnisse anzuschauen und mitzuhören. Grosse Augen machen sie da und stossen entsetzte Laute und „Ach, wie schrecklich!“-Rufe aus. Sie sagen: „Diese Welt geht den Bach hinab. Jemand muss etwas dagegen tun!“, als ob sie nicht merken würden, dass sie dieser Jemand doch eigentlich selbst sind. So will ich nicht werden. Ich will etwas tun, nicht nur reden, wie alle anderen es tun. Ich will nicht wie all die Erwachsenen sein, die ständig über den schrecklichen Zustand der Welt diskutieren, doch wenn es um die Veränderung ihrer geliebten Gewohnheiten und das Aufgeben ihres Komforts geht, empört aufschreien und dann plötzlich doch kein so grosses Problem mit der Welt mehr haben. Ach, da fällt mir ein – ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Nialandra Quinn, doch glücklicherweise nennt mich niemand bei diesem exzentrischen, viel zu langen Namen. ‚Lia‘ nennen sie mich – warum meine Eltern mich nicht gleich so taufen konnten, verstehe ich nicht. Schliesslich ist Lia schon ein Name für sich. Doch scheinbar gefiel ihnen die Bedeutung meines Namens so unfassbar gut, dass sie mich unbedingt so taufen mussten, auch wenn mich kein Mensch so nennt. Nialandra bedeutet „starke Seele, tapferes Herz“ – was mir zugegebenermassen ziemlich gut gefällt – und Quinn bedeutet „die Weise, die Willensstarke“. Wie man merkt, sind meine Eltern begeistert von langen, aussergewöhnlichen Namen mit besonderer Bedeutung. Übrigens bin ich zehn Jahre alt. Meine Eltern sagen oft, ich sei eine seltsame Zehnjährige, aber was soll’s, was ist schon normal?! Sie lassen mich ja nicht mal zur Schule gehen oder mit anderen Kindern spielen, wie soll ich da wissen, wie Kinder meines Alters sich zu verhalten haben? Die einzige junge Gesellschaft, die ich in meinem Leben hatte, war meine Schwester Phoenix, unser älterer Bruder Kian Rye, der mittlerweile ausgezogen war, um in Dublin zu studieren, mein Kindermädchen Naima und mein bester Freund Devyn, der auf der anderen Seite des Flusses wohnte und mit dem ich mich oft heimlich traf. Er ist zwar in meinem Alter, doch vermutlich entspricht er auch nicht der Vorstellung meiner Eltern eines ’normalen‘ Kindes, denn wie auch bei mir, reicht sein Horizont über sein Spielzimmer hinaus. Er stellt gerne Fragen, und möchte etwas an der Welt verändern, genau wie ich. Aus irgendeinem Grund mögen meine Eltern es nicht, wenn ich Dinge hinterfrage oder meine ’seltsamen und nicht-altersgemässen-Wörter‘ ausspucke. Seltsam, diese Erwachsenen. Wandelnde Mysterien. „Lia?“, riss Phoenix mich aus der Gedankenwelt meines Kopfes. „An was denkst du?“

„Hm“, machte ich bloss, während ich noch immer wie gebannt das Blätterdach über unseren Köpfen anstarrte. Geduldig wartete sie auf meine Antwort. Phoenix würde mich niemals zu Worten drängen. Nicht wie Mama und Papa, die ungeduldig mit dem Fuss aufstampfen, wenn ich mich in meiner Gedankenwelt verloren habe und keine Antwort gebe. Als würde das meine innere Wortbibliothek so stark zum Erbeben bringen, dass all die Buchstaben, Wörter und Sätze aus ihren Regalen kippen und laut scheppernd zu Boden fallen, wo sie für die Aussenwelt sichtbar und sauber angeordnet liegen bleiben. Doch da zeigt sich wieder einmal, dass sie überhaupt nichts über die Funktionsweise der Seele und der Welt verstanden haben. Aufstampfen, brüllen, schütteln und rütteln bringt rein gar nichts. Und wenn der Wortschatz dann doch aus seinen Regalen kippt und zu Boden fällt, zerspringt er womöglich in tausend Splitter, denn die Wörter der Seele sind zerbrechlich. Die ganzen oberflächlichen Alltagsworte stehen ausserhalb der Wortbibliothek, für alle zugänglich – sie sind robust und formbar. Doch die ganzen Buchstaben, Worte und Sätze, die im Inneren verborgen und geschützt sind, sind zerbrechlicher als Glas und sind nur für diejenigen bestimmt, die sorgsam mit ihnen umgehen und auf sie aufpassen können. Man wirft nicht mit Seelenwörtern um sich, dafür sind sie viel zu wertvoll und bedeutsam. Meine Eltern wundern sich, warum ich meine Worte nicht mit ihnen teile. Scheinbar ist ihnen ihr grober und achtloser Umgang nicht bewusst. Kein Wunder hat Phoenix sich in der Stille verloren bei all den groben Wortmördern. Während meine äussere Wortbibliothek immerhin noch eine nennenswerte Anzahl an Alltagswörtern aufweist, hat Phoenix ihr Regal auf gerade mal die nötigsten paar Worte beschränkt. Ihr Wortreich ist durch meterdicke Wände aus Stahl und Eis geschützt und nur ich habe Zugang zu ihrer Wortbibliothek, deren gewaltiger Wörterreichtum über alles Erdenkliche hinausgeht. Ein Wunder, dass all die schönen Worte und Wortkonstellationen in ihren Kopf passen – dass der nicht explodiert bei der Wortvielfalt! Die Worte können ja nicht mal raus, wie hält sie das bloss aus?! Wir besuchen uns oft gegenseitig in den Wortbibliotheken unserer Seele und lassen unsere Worte gemeinsam spielen, um die Wette rennen und ineinander verschmelzen. In ihrer Bibliothek darf ich frei herumlaufen, Wörter aus den Regalen ziehen und ihnen Fragen stellen. Doch selbst ich habe nicht zu allen Bereichen Zugang – Phoenix hält auch vor mir sehr viel geheim, das weiss ich genau. Sie ist wie eine Zwiebel mit tausend Schichten. Sobald man es geschafft hat, eine Schicht abzupellen, sind darunter noch immer zahlreiche Schichten und wann immer man denkt, auf den Kern gestossen zu sein, muss man feststellen, dass dies noch lange nicht der Fall ist. Die Vorstellung von Phoenix als Zwiebel brachte mich zum Kichern und damit zurück in die reale Welt. Lachend rollte ich mich zur Seite und blickte Phoenix ins Gesicht, deren Lippen ein Lächeln umspielte. „Was lachst du denn so, Quinny?“, fragte sie und strich mir dabei die Locken aus der Stirn. „Du bist eine Zwiebel!“, rief ich und kugelte mich vor Lachen beim Anblick ihres verwirrten Gesichtsausdruckes. Doch dann lachte sie mit. „Und ich dachte schon, du hängst gerade wieder tiefgründigen Fantasien über die Weltveränderung nach!“, meinte sie lachend. Sofort wurde ich wieder ernst und setzte mich auf. „Das habe ich auch – bis vor dreissig Sekunden!“, erwiderte ich würdevoll. Unsere Blicke trafen sich, dann platzierte ich mich direkt vor sie und legte meine Hände auf ihre Knie. Eine Weile sahen wir uns schweigend in die Augen. „Lach mich nicht aus“, wisperte ich schliesslich. Todernst blickte sie mir in die Augen, beugte sich vor, bis unsere Köpfe sich berührten und flüsterte zurück: „Wann habe ich dich jemals ausgelacht?“. Ich schluckte und wandte meinen Kopf nach oben. „Weisst du, so gerne würde ich dieser Welt helfen und irgendetwas verändern. All die kranken Seelen heilen und das Gute in den Menschen wieder zum Vorschein bringen.“ Schweigen breitete sich zwischen uns aus. Phoenix wandte ihren Kopf ebenfalls der Baumkrone zu. Nach einigen Sekunden senkte sie ihren Kopf wieder und schaute mir direkt in die Augen. Mein erwartungsvolles Gesicht spiegelte sich in ihren Augen. Ihr Blick war ernst und aufrichtig, als sie mit fester Stimme sagte: „Das wirst du. Ganz bestimmt.“

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(This picture actually has nothing to do with the story, but it has a tree on it, so I thought it matches the subject 🙂 )

far away.

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A painting by me

And here it is. The poem I was talking about, the poem I poured my soul into. I hope it touches you the way it does myself. This is a part of my soul.

 

far away.

 

beneath the sky

full of stars

i feel safe

i feel

at home

 

lulled in stardust

covered

in darkness

surrounded

by chirring crickets

and

a mellow summer breeze

 

dreaming myself

far

far

away

into space

into the sky

full of stars

singing

soft lullabies

into the depths

of a starry night

 

all these

glowing little dots

in fact

substantially bigger

than anything

we could imagine

tell stories

of ancient times

of all the dreams and hopes and fears

of all the loneliness

and pain

and hopeful dreaming souls

gazing at the starry sky

in hope

of being seen

feeling safe

and understood

being

at peace

 

far

far away

and still

spending hope

a source of light

a feeling of safety

in the cold

dark

night

 

a little girl

crying in her bed

after a day

of harassment pain and fear

a day

of sweaty dirty hands

grabbing at

her innocent little body

mommy and daddy

too occupied

with all the stress of adult life

to notice

the hurt inside this girl

 

instead

mamma’s telling her

how unbelievably

exhausting she is

telling her

she would give her

away

to homes

for maladjusted youths

she fails to understand

or even see

the resistance to get up

and go to school

stems

from deeply rooted fear

as opposed

to maladjustment mere

 

little girl

the true warriorsoul

matured spirit

with a heart

fuller than the ocean

fuller

than the universe itself

with feelings

stronger than the crushing waves

of stormy seas

and force

of striking lightning

 

a love

as powerful

as tsunami waves

against the fire

as intense

as the burning of our sun

 

dear abusers

teasers

bullies

how dare you hurt

this fragile little heart

making her

feel

anything less

than whole

bringing her

to despise herself

to the point

of

tremendous self destruction

nothing

she could have done

would give

you the right

to rip her soul

into

a million pieces

and shatter her heart

all over the floor

to step

on all the pieces

of broken glass

and pain

and tears

 

little girl

struggling to collect

the scattered pieces

of her broken soul

seeking remedy

to fix her heart

and heal her soul

erasing the pain

of her

childhood traumas

 

little does she know

how much pain

and fear

and tears

is waiting for

her weakened spirit

in all the years

yet to come

but here she is

standing tall

despite it all

still hoping

still believing

still dreaming

her eyes

sparkling with eternal hope

as she’s gazing at

the starry sky

 

and here she is

still glowing

still hoping

still burning

with the dream

to change the world

to be

an inspiration

and to care

for all the broken souls

and voiceless victims

of the wonderful

yet gruesome Earth

we’re living on

a planet

so beautiful

yet brutally cruel

 

still shining

the little light

she is

gleaming with such power

she could even

put the stars

out of business

 

little girl

gazing at

the starry sky.

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Note: picture is taken by me

A poem of the 15th of July

 

darling tell me if

there is

a thing

like objectivity

 

isn’t everything we see

hear feel or smell

nothing but

our own perception

 

tell me if

there is

a thing

like right or wrong

mad or sane

beautiful or not

 

tell me

who decides

what’s right or wrong

who decides

what I should wear

how I should look

how I should act

to be

accepted

 

tell me if

there is

a thing

like a universal truth

 

isn’t everything we see

hear feel or smell

nothing but

our own perception

 

even the sun

could be

nothing but

our own imagination

maybe even life itself

is nothing but

a dream

we ourselves make up

maybe even you

and me

and each of all

the seven billion people

on this Earth

are nothing but

a construct

made up

in someone else’s mind

 

so tell me if

you should be

criticizing

someone else’s

point of view

feelings appearance or actions

if

you didn’t come

to realize

not a single man

is in

the right position

to judge

whether something

is right or wrong

mad or sane

 

is it your right

to judge

the attitude

of

your fellow human

while being

oblivious

to their story

feelings or intention

 

is it your right

to mock

what is important

to them

 

let us all

be nothing

but open-minded

respectful

and lenient

towards each other

 

since all

is nothing but

a matter of perspective.

Seelenwörter.

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Note: picture is taken by me

[this time in German as it is a letter to a German author]

Ein Ausschnitt meines Briefes an Lilly Lindner, meine Lieblingsautorin. Dies ist bloss ein Ausschnitt davon, da einiges zu persönlich wäre, um es hier zu teilen.

 

Liebe Lilly,

Endlich komme ich dazu, dir einen Brief zu schreiben. So lange brannte dieser Wunsch in mir, doch etwas hielt mich immer zurück. Würdest du meine Worte überhaupt lesen? Würde ich eine Antwort erhalten? Würde ich die richtigen Worte finden? Ich habe Angst davor, nicht genug zu sein, dass meine Worte nicht genug sind. Ausserdem fürchte ich mich vor meinen eigenen Worten – sie enthüllen Geheimnisse meiner Seele, von derer Existenz ich nicht einmal wusste und wenn ich erst einmal angefangen habe zu schreiben, strömen die Worte nur so aus mir heraus und verteilen sich auf dem Papier, wie Regentropfen aus den Wolken meiner Seele – meinen Seelenwolken. Ehrlich gesagt weiss ich noch gar nicht, was ich schreiben soll, doch eines weiss ich: Worte sind eines der wertvollsten Geschenke, das man einem Menschen machen kann. Sie sind ein Teil deiner Seele. Deine Bücher – die ich übrigens alle verschlungen habe – sind ein unglaublich wertvolles Geschenk für mich, pure Seelennahrung. Ich hoffe, dass ich dir durch meine Worte ein bisschen etwas zurückgeben kann, auch wenn meine Worte nichts sind im Vergleich zu deiner Wortkunst und du sie vermutlich nicht einmal lesen wirst oder keine Zeit haben wirst zu antworten. Das kann ich verstehen, und dennoch möchte ich meine Worte mit dir teilen und dir einen Teil meiner Seele zeigen. Wie du vielleicht gemerkt hast, verwende ich dieses Wort sehr oft – Seele. Es bedeutet mir so viel, denn unsere Seele ist die rohste, natürlichste und wahrste Form unserer selbst. Sie ist, was wir sind. Wir sind nicht unser Körper, nicht unser Gewicht, nicht unsere Erfolge oder Ängste, nicht unser Verhalten, nicht unsere Krankheit und nicht die Anzahl Narben auf unserem Körper. Es ist unsere Seele, die in der Hülle unseres Körpers steckt. Deswegen bin ich so unglaublich fasziniert von Kunst in all ihren Formen – Worte, Malereien, Zeichnungen, Skulpturen, Gesang, Musik, Fotografie, jede Darstellung und Expression, die unserer Seele entspringt. Vielleicht kennst du das Zitat „I see souls, not faces“ – das trifft auf mich auf jeden Fall zu. An deinen wunderschönen Wortkonstellationen erkennt man eine Wortgewalt, die nur einer wunderschönen Seele entspringen kann. Auch ich habe es schon immer geliebt zu schreiben, egal ob Geschichten, Aufsätze, Tagebuch oder gesellschaftskritische Texte. Du jedoch hast mir klar gemacht, dass auch Wörter eine Kunst sein können und der Kunst ist ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Solange es kein Aufsatz für die Schule ist, ist es ja völlig egal, wo man seine Kommas setzt, ob man alles gross oder klein schreibt oder völlig neue Wörter erfindet. Du hast mir den Mut gegeben, die Grenzen zu sprengen und meinen Worten freien Lauf zu lassen. Ich lasse die Worte direkt aus meiner Seele fliessen ohne sie davor durch meinen Kopf zu filtern und auf „Korrektheit“ zu überprüfen, denn Worte können niemals falsch sein, wenn sie von Herzen kommen. Ich traue mich, die Wörter so zusammenzusetzen, wie ich will, sie tanzen zu lassen und mit ihnen zu spielen, ich traue mich, Metaphern und Bilder zu verwenden, wie ich es will, auch wenn es sonst vielleicht niemand versteht. Denn darum geht es nicht in der Kunst, oder, Lilly? Es geht nicht darum, dass dein Werk von anderen verstanden und als schön befunden wird. Nein, es geht darum, sich auszudrücken, Geschichten zu erzählen, Dinge zu verarbeiten, Menschen zu inspirieren und zu berühren. Sie etwas FÜHLEN zu lassen. Das wichtigste ist allerdings immer, was es mit einem selbst macht. Ich liebe es, mich durch Kunst und Musik auszudrücken, doch am allerliebsten lasse ich die Wörter sprechen. Ich lasse sie die Melodie meines Herzens singen, meine Seelenwelt erschaffen und Geschichten aus meinem Leben und der Fantasiewelt meiner Gedanken erzählen. Worte sind unglaublich kraftvoll. Sie geben mir eine Stimme, sie sind das wahrste Abbild meiner Seele und wenn ich schreibe… habe ich das Gefühl, Platz einnehmen zu dürfen. In den Worten kann ich mir Raum geben, dort darf ich existieren, dort will ich nicht unsichtbar sein. Dort will ich gehört und gesehen werden. Dort habe ich ein Recht, da zu sein. Dort darf ich genau so sein, wie ich bin. Worte sind wie ein stummer Schrei, Tränen der Seele oder gewaltige Stürme, die alles mit sich reissen. Doch genauso können Worte einem tief im Herzen berühren, die Seele wie Sonnenstrahlen auf der Haut kitzeln und zum Lachen bringen. Sie können uns wütend, traurig oder eifersüchtig machen, sie können uns Angst machen oder Schmetterlinge in unserem Bauch auslösen. Sie können uns nervös, gespannt und aufgeregt machen, sie können uns glücklich machen oder zum Weinen bringen. Sie können uns berühren und inspirieren, sie können uns Mut geben und uns neugierig machen. Sie können unseren Wissensdurst stillen, uns träumen und in ferne Länder oder andere Welten reisen lassen. Es gibt keinen Ort, an dem ich mich wohler fühle als im Wörterreich meiner Seele. Meiner Meinung nach ist es unglaublich wertvoll, einem Menschen einen Teil deiner Seelenwelt zu offenbaren. Worte geben einem diese Möglichkeit, wenn man seine Stimme verloren hat. Wie es auch Malereien, Zeichnungen, Musikstücke und Lieder tun. Sie alle sind Bruchstücke unserer Seele, wenn wir sie mit unserem Herzen erschaffen. Worte sind eine wunderbare Selbsttherapie für mich – ich schreibe über all die Schmerzen meiner Vergangenheit, auch wenn es unglaublich schwierig ist und man sich manchmal „aus Versehen“ retraumatisiert, sodass man für Tage verstummt, seinen Seelenhunger versucht mit dem Aushungern des Körpers auszugleichen, all die schrecklichen Erinnerungen, den Ekel und die Schamgefühle durch Fressen und Kotzen loszuwerden oder die Schmerzen der Seele zu betäuben, indem man blutrote Muster auf unsere Arme und Beine zeichnet. Man läuft vielleicht tagelang mit seinem Plüschtier durch die Gegend oder hört gar nicht mehr auf zu schaukeln, weil nur dies einem das Gefühl gibt, in Sicherheit zu sein.

[…]

Ich habe unglaublichen Respekt vor dir und bewundere dich zutiefst dafür, dass du den Mut gefunden hast, deine Geschichte aufzuschreiben. Das beweist unglaubliche Stärke. Ich weiss, wie schmerzhaft es ist, über seine dunkelsten Erinnerungen zu schreiben und nur schon der Gedanke daran, dass die Menschen, die mich kennen, davon lesen könnten, löst in mir unglaubliche Schamgefühle und ein Gefühl von unglaublicher Verletzbarkeit aus. Erst vor ein paar Monaten habe ich angefangen, manche Erinnerungen aufzuschreiben und nur wenige haben die Texte bisher gelesen. Es gibt nur eine Person, mit der ich wirklich darüber spreche. Du bist unglaublich mutig, Lilly. Du hast uns allen eine Stimme gegeben und einen Platz in dieser Welt. Danke.

Deine Salome Lara

words.

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Note: picture is taken by me

And the last poem of the first of July (I’m into poems at the moment)

 

words

strong enough

to shatter hearts

into

a million pieces

soft enough

to reach

even

the darkest spirits

 

words

touch souls

break down walls

melt hearts

connect

inspire

nurture

 

words

create worlds

in the galaxies

of our mind

expanding

our imagination

without knowing

any limits

 

words

pouring out

of my soul

onto

the blank

white

paper

 

ink

dripping of the pen

thoughts

spinning around

in the mess

of my mind

 

words

buzzing around

colliding

merging

into

each other

falling apart

evolving

forming

collapsing

 

my mouth

slightly opened

as ink

is dripping

from my lips

attempting

to build castles

out of word bricks

concealing

tiny fragments

of my

shattered soul

 

eyes

red and swollen

hair messy

mind clouded

by endless tiredness

heart aching

trembling

pain demanding

to be felt

to be expressed

 

yet

not a single word

will escape my lips

spoken words

too hard to bear

keeping myself

covered

in silence

 

the only trust

i’d ever gather

is the one

for my paper

and my pen

knowing

they will hold together

all the tiny fragments

of my broken soul

keeping

them treasured

 

words

approaching us

with full force

of stormy waves

soothing us

with silent

tenderness

warming

our hearts

enlightening

our spirits

nourishing

our souls

 

words

heal.

It’s time for you to shine.

Another poem written on the first of July (yes, I had a creative flow that morning)

 

broken hearted

spending a life time

waiting for someone

to hold together

your broken pieces

waiting for someone

to fill up

the emptiness

inside of you

waiting for someone

to fix your heart

and heal your soul

 

oh darling

haven’t

you realized

the strength

already is

within you

 

a little light

shining

inside your heart

never losing hope

 

up to you it is

to use it

and build

fairy lights

of it

 

put together

all your broken pieces

and wrap around

the fairy lights

to hold them

together

 

decorate your soul

and throw

a party

celebrating

your survival

 

it’s time for you

to shine

brighter than

a shootingstar

 

you are strong

there’s a reason

you got

through all of this

up

until this point

 

you need

to mend

yourself.

I need to mend myself.

quote1.png

A poem written on the first of July

 

for years

i got stepped on

again

and again

and again

 

emotionally

verbally

physically

and sexually

abused

 

eventually

the storm passed

my heart

aching

trembling

shattered

in a million pieces

my soul

broken

 

the sun

began

to rise again

shining her light

on me

as if she tried

to make up

for all the years

the sky

was pouring rain

over me

 

kind-hearted spirits

pouring love

in my empty heart

putting their heart and soul

into mending me

trying

to make me whole again

 

oh lovely souls

you are filling my heart

with love

and light

providing me

with strength

i thank you

i love you

 

but over the years

i realized

i need

to mend

myself.